Technologie

Messung der Analgesie anhand von Schmerzreflexen

Seit den 70er Jahren werden Schmerzreflexe in der Schmerzforschung und in den letzten Jahren auch zunehmend in der klinischen Schmerztherapie eingesetzt. Der am Besten untersuchte Reflex ist hierbei der nozizeptive Beugereflex der unteren Extremität, welcher die Hochzugsbewegung des Oberschenkels nach schmerzhafter Stimulation am Fuß bezeichnet.

Schmerzreflexe wie dieser Beugereflex zeichnen sich dadurch aus, dass durch einen spezifischen Stimulus eine unwillkürliche und durch den Patienten nicht kontrollierbare Reflexantwort hervorgerufen wird. Das Ausmaß der Reflexantwort zeigt dabei eine Korrelation mit der Schmerzhaftigkeit des Stimulus.

Somit kann anhand des Schmerzreflexes eine Aussage über die Schmerzhaftigkeit des Stimulus getroffen werden, ohne die subjektive Bewertung des Patienten einzubeziehen.

Da krankhafte Schmerzen oder Schmerzmedikamente die Größe des Reflexes direkt beeinflussen, können solche Reflexe für eine objektive und patientenunabhängige Quantifzierung von Schmerzen oder den Einfluss von Schmerzmedikamenten eingesetzt werden.

Da die Bestimmung der Schmerzreflexe ohne bewussten Beitrag durch den Patienten möglich ist, erlaubt die Reflexmessung auch Aussagen über die Verarbeitung von Schmerzen bei nicht-mitteilungsfähigen Patienten, beispielsweise unter Sedierung.

Automatische und kontinuierliche Reflexmessung

Die Gründer der Dolosys GmbH haben ein Verfahren entwickelt und zum Patent angemeldet, mit welchem sich solche Schmerzreflexe automatisch und über einen längeren Zeitraum kontinuierlich bestimmen lassen.


Die bestimmten Reflexe werden dabei automatisch bewertet und in direkte und transparente Handlungsempfehlungen für den Behandelnden zur Optimierung der individuellen Analgesie übersetzt.
 

Einsatzgebiete

Einsatzgebiete für das Verfahren bieten sich in unterschiedlichen Bereichen der Schmerzforschung und klinischen Schmerztherapie:
  • Bestimmung der individuellen Analgetikawirkung bei chronischen Schmerzpatienten, unabhängig von der subjektiven Bewertung durch den Patienten
     
  • Untersuchung des individuellen Zeitverlaufes der Wirkung von Analgetika bei chronischen Schmerzpatienten
     
  • Quantifizierung der Wirkung und Bestimmung der Zeitverläufe der Wirkungen von Analgetika in der klinischen Erprobung von Analgetika
     
  • Gewährleistung eines kontinuierlichen Analgesie-Monitorings bei nicht-kommunikativen Patienten, beispielsweise unter Sedierung auf der Intensivstation
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Besonderheiten

Die Technologie der automatischen Bestimmung von  Schmerzreflexen hebt sich durch eine Reihe von Besonderheiten von anderen Verfahren zur Analgesiemessung ab:
  • Objektive und patientenunabhängige Quantifizierung der Schmerzausschaltung (Analgesie) auch bei nicht-mitteilungsfähigen Patienten
     
  • Höhere Präzision und bessere Schmerzspezifität im Vergleich zu anderen Methoden
     
  • Bestimmung der Analgesie nicht nur zu einzelnen Zeitpunkten, sondern kontinuierlich über einen längeren Zeitraum möglich
     
  • Weiter Messbereich von Analgetika-Unterdosierung bis Analgetika-Überdosierung
     
  • Automatische Übersetzung der aus den Reflexen gewonnenen Informationen in direkte und transparente Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Analgesie
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